Im digitalen Zeitalter mit dem Bleistift im Schein einer Rotlichttaschenlampe zu skizzieren ist ziemlich "rückwärtsgewandt." Ich lerne dabei aber immer wieder, genau zu schauen!
Krater Fracatorius, gezeichnet am Terminator des Mondes (Grenze zwischen Tag und Nacht)
Der Ringnebel, M57, im Sternbild der Leier, ein Überrest eines Sternes, der eine Hülle aufgeblasen hat, die sich nun weiter ausdehnt ins Weltall.
Derjenige Teil des Nebelkomplexes im Sternbild Schwan, der als "Sturmvogel" bezeichnet wird. Es ist der Überrest einer "Supernovaexplosion", bei der das Ende eines Sternes gewaltsam erfolgt.
Diesmal keine Zeichnung, sondern eine Digitalfotografie der Sonne im H-Alpha-Licht (Wasserstoff). An der Peripherie sind Protuberanzen zu erkennen, es handelt sich um Fontänen aus Wasserstoff gas, welche das Mehrfache des Erddurchmessers erreichen. Die Veränderungen können mit dem kleinen P.S.T. Teleskop von Coronado, das ausschliesslich der Sonnenbeobachtung dient, innert Stunden live gesehen werden.
Aufnahme: Heinz Schneider, 5. April 2008, 13.00 Uhr, Kamera Canon PowerShot A630 mit Adapter, 40mm Okular und 2x Powerlens.
Gasriese Jupiter Der grösste Planet des Sonnensystems ist Jupiter. Er befindet sich gegenwärtig gut sichtbar im Sternbild Schützen, erreicht dabei aber nur eine bescheidene Höhe von ca. 20 Grad über dem Horizont. Besonders interessant ist das Wechselspiel der vier grössten Monde und zu verfolgen, wie der Anblick der Wolkenbänder sich in kurzer Zeit ändert; Jupiter benötigt weniger als 10 Stunden um sich einmal um seine Achse zu drehen und infolgedessen wird die Gaskugel abgeplattet, der Durchmesser am Äquator ist deutlich grösser als von Pol zu Pol.
Jupiter zum Zweiten Einen Tag später, am 30.8.08, liess sich wunderschön beobachten, wie der berühmte GRF (Grosser Roter Fleck) über den Jupiter zieht. Man erkennt im Teleskop zuerst eine Einbuchtung im Wolkenband und dann sieht es so aus, wie wenn jemand eine Erbse hineingedrückt hätte. Seit einigen Jahren ist der GRF aber nicht mehr wirklich rot. Bemerkenswert ist, dass der GRF seit den Anfängen des Teleskops beobachtet worden ist, erstmals im 17. Jahrhundert.
Die Aufnahme gibt einen Eindruck vom Anblick der Landschaften des Mondes am Abend des 11. Oktober 08. Allerdings wurde die Kamera ohne Objektiv verwendet, d.h. das Teleskop fungierte als Teleobjektiv mit 235cm Brennweite. Weil mit meiner Kamera (Olympus E-400, relativ "kleiner" 13x18mm "four thirds" Chip) nur ein Teil des Mondes aufs Mal abgebildet werden kann, füge ich eine weitere Aufnahme an, die an diesem Abend entstanden ist.
Hier ist derjenige Teil des Mondes, auf dem zum Zeitpunkt der Aufnahme die Sonne schon hoch am Himmel stand. Auffallend sind die hellen Krater, von denen strahlenförmige Muster ausgehen. Dies sind überbleibsel aus der Entstehungszeit dieser Krater vor sehr langer Zeit, mangels Erosion sind die Muster erhalten geblieben.
Aufnahme der ISS vom 16.Mai um 22.55 Uhr im "Anflug auf die Bäregghöhe", aufgenommen mit Olympus E-400, 25s bei 250 ASA mit 14mm Brennweite (H.Schneider)
Am Abend des 28. September lag ruhige Luft vor, so dass wieder mal die Webcam zum Zug kam: Man nimmt eine Filmsequenz eines Gestirnes auf und bearbeitet sie dann mit einer Software wie Registax 5, welche die Sequenz in einzelne Bilder zerlegt und dann die besten daraus aufaddiert. So entstanden die Aufnahmen der Mondkrater Clavius und Kopernicus bei der Primärbrennweite von 2350mm, die Aufnahme des Planeten Jupiter (mit dem Schatten des Mondes Io) bei 4700mm Brennweite durch eine zusätzliche Barlowlinse.
Copernicus
Jupiter mit Mondschatten von Io
19. März 2010: Die Sonnenaktivität steigt: Vermehrt werden grössere Protuberanzen auf der Sonne sichtbar, welche sich innert kurzer Zeit (1-2 Stunden) merklich verändern. Gasmassen steigen hoch und fallen wieder auf die Sonne zurück. Die abgebildete Protuberanz hat eine Ausdehnung des dreifachen Erddurchmessers. Visuell kann ich Details besser erkennen als fotografisch.
Die kleine Coolpix 4500 schlägt sich aber schon ganz wacker. Die
Belichtungszeit betrug 1/4s bei ISO 800 für die Abbildung der oben am Coronado PST skizzierten Protuberanz.
Mondaufgang am Hohgant Nach Mitternacht in der Frühe des 28.6 liess sich ein sehr stimmungsvoller Aufgang des Mondes am Berg mitverfolgen. Die nun kurze Bahn des Mondes lässt auf weitere stimmungsvolle Bilder hoffen! Aufgenommen mit dem Celestron C8 bei 2m Brennweite.
Der Mond im Kleinteleskop Auch mit einem kompakten und kleinen Fernrohr wie z.B. dem 102mm Maksutov-Cassegrain zeigen sich viele der Schönheiten am Sternenhimmel. Die aufgeführte Mondaufnahme ist am 31.7.10 um 5 Uhr in der Früh entstanden. Das Fernrohr wird zu diesem Zweck auf einem stabilen Fotostativ montiert, bei 1/30s Belichtungszeit und 200ASA Empfindlichkeit ist eine Nachführung noch nicht notwendig. Einzig muss die Kamera am Teleskop befestigt werden und es empfiehlt sich, mit verzögerter Auslösung zu arbeiten, damit die Erschütterung der Kamera durchs Auslösen nicht für ein unscharfes Bild sorgt.
Reiz des abnehmenden Mondes Am Morgen des 4. August präsentierte sich der abnehmende Halbmond sehr schön mit Erdlicht, welches Sonnenlicht ist, das von der Erde zum Mond reflektiert wird.
Anblick im Fernglas am 4.8.2010 Im Fernglas war der grosse Krater (Kopernicus) sehr auffällig und das Bild erinnerte an die ersten Zeichnungen Galileo Galileis, welchem eine leistungsmässig viel bescheidenere Ausrüstung zur Verfügung stand als ein durchschnittliches 8x40 Fernglas. Man beachte auch die schönen "Spitzen" der Mondsichel. Aufgenommen mit einem 80-200mm Zoom bei Blende 11 (um den Farbfehler zu minimieren) und 1/8s Belichtungszeit bei der Einstellung auf 100 ASA.